Vorwort

Vorwort Den Glauben zur Wirkung bringen

Der schrankenlose Austausch zwischen den Menschen wird oft als Vorzug der gesellschaftlichen Entwicklung genannt. Die Möglichkeiten der Vernetzung über räumliche Grenzen und soziale Schranken hinweg suggerieren dabei eine allgemeine Teilhabe an Gemeinschaft. Die Wirklichkeit sieht indes anders aus. Das Netz, das die Gesellschaft umfassen und ihre Mitglieder absichern soll, hat viele Löcher. Sie machen sich nicht nur in sozialer Benachteiligung wie Altersarmut und dem Verlust einer eigenen Wohnung bemerkbar. Sie führen auch zu Einsamkeit und zum Verlust von Gemeinschaft.

Die Seelsorge geht deshalb auch außerhalb der Kirchengemeinden viele Wege, um Menschen in ihren besonderen Lebenssituationen beizustehen und sie zu begleiten. Der vorliegende Finanzbericht greift aus dem breiten Spektrum von Seelsorgeangeboten einige Beispiele heraus. Sie veranschaulichen, wie sich die Kirche Menschen zuwendet, denen eine Teilnahme an der Gemeinschaft verwehrt ist oder die durch ihre persönliche und soziale Lage aus dem Blick zu geraten drohen. Dazu gehören kranke und alte Menschen ebenso wie Wohnungslose und Gefangene. Dazu gehören auch Menschen, die durch Abhängigkeiten und andere Gefährdungen an den Rand gedrängt werden und den Anschluss an ein selbstbestimmtes Leben in der Gemeinschaft zu verlieren drohen.

Das Erzbistum Paderborn verfügt über eine solide finanzielle Basis, um das Engagement der haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Seelsorge und in den anderen Aufgabenfeldern der Kirche zu unterstützen und eine verlässliche Infrastruktur zu sichern. Das dokumentiert der vorliegende Finanzbericht für das Jahr 2017.
Er stellt mit dem testierten Jahresabschluss die Vermögens- und Ertragslage des Erzbistums Paderborn ausführlich und detailliert dar. Wie in den Vorjahren folgt die Darstellung den Standards, die das Handelsgesetzbuch für den Jahresabschluss von Wirtschaftsunternehmen vorgibt.

Diesem Orientierungsrahmen werden wir auch weiterhin folgen und nehmen deshalb erweiterte Anforderungen auf. So enthält der vorliegende Bericht erstmals ein Kapitel, in dem wir Aspekte der Nachhaltigkeit unseres Handelns dokumentieren.

„Die Seelsorge wird in den kommenden Jahren einen Schwerpunkt der Finanzplanung bilden.“

Mehr als 500 Millionen Euro hat das Erzbistum Paderborn im Jahr 2017 für die Erfüllung der kirchlichen Aufgaben in Seelsorge und Caritas, in Bildung und Erziehung aufgewendet. Fast 60 Prozent davon flossen in die Seelsorge in den Kirchengemeinden und für Menschen in besonderen Lebenssituationen. Den weitaus größten Teil der Finanzmittel des Erzbistums, nämlich mehr als drei Viertel, haben die Katholiken durch ihre Kirchensteuerbeiträge zur Verfügung gestellt. Dafür sagen wir herzlichen Dank!

Die Förderung der Seelsorge wird auch in den kommenden Jahren einen Schwerpunkt unserer Finanzplanung bilden. Ihr kommt der Großteil des Jahresüberschusses 2017 zugute: 9,7 Millionen Euro fließen als Sonderausschüttung an die Kirchengemeinden, und mit 3 Millionen Euro stellt das Erzbistum die seelsorgliche Begleitung in Altenheimen und anderen Einrichtungen der stationären Hilfe sicher. Auch die Organisationsentwicklung im Sinne des Zukunftsbildes für das Erzbistum Paderborn dient der Stärkung der Seelsorge vor Ort. Erste Maßnahmen haben wir vor Kurzem eingeleitet. Ermöglicht wird diese Entwicklung durch eine umsichtige und langfristige Finanzplanung – für eine Kirche, die den Glauben zur Wirkung bringt.

Alfons Hardt                Dirk Wummel
Generalvikar                Hauptabteilungsleiter Finanzen