Erläuterungen zur Ergebnisrechnung

Die Ergebnisrechnung (Gewinn-und-Verlust- Rechnung) des Erzbistums Paderborn stellt Erträge und Aufwendungen des Wirtschaftsjahres einander gegenüber. Aus dem Jahresergebnis werden notwendige Rücklagen dotiert. Der verbleibende Betrag bildet das Bilanzergebnis.

Erträge

Im Jahr 2017 stiegen die Kirchensteuererträge um 4,7 Prozent auf 409,7 Mio. Euro und erreichten damit ein Allzeithoch für das Erzbistum Paderborn. Dies geht vor allem auf Steigerungsraten aller drei Kirchensteuerarten (Kirchenlohnsteuer, Kircheneinkommensteuer und der Zufluss aus der Abgeltungssteuer) aufgrund des soliden Wirtschaftswachstums in Deutschland zurück. Mit einem Anteil von 77,9 Prozent repräsentiert die Kirchensteuer 2017 mehr als drei Viertel der Erträge des Erzbistums. An die Finanzbehörden abgeführte Erhebungsgebühren in Höhe von 3 Prozent des Kirchensteueraufkommens werden als sonstige Aufwendungen verbucht.

Neben der konjunkturellen Situation und der Steuergesetzgebung hat vor allem die Anzahl der kirchensteuerpflichtigen Mitglieder Auswirkungen auf die Höhe der Kirchensteuererträge. Auch 2017 ging die Zahl der Kirchenmitglieder im Erzbistum weiter zurück. Nach wie vor stehen einer höheren Zahl von Sterbefällen weniger Taufen gegenüber, und die Mitgliederzahl sank unter Berücksichtigung negativer Auswirkungen von Wanderungsbewegungen im Jahr 2017 gegenüber dem Vorjahr um 1,4 Prozent. Die dennoch deutliche Steigerung der Kirchensteuererträge geht auf die Kompensation der Effekte aus einer verringerten Mitgliederzahl durch die konjunkturbedingten Einnahmensteigerungen zurück.

Die Zuweisungen und Zuschüsse als zweitgrößte Ertragsquelle des Erzbistums stiegen gegenüber dem Vorjahr um 7,8 Prozent auf 61,8 Mio. Euro. Sie umfassen Zuschüsse der öffentlichen Hand vor allem für die vom Erzbistum betriebenen Schulen, Weiterbildungsmittel für die katholische Erwachsenen- und Familienbildung sowie sonstige Zuschüsse, zum Beispiel für die katholische Ehe-, Familien- und Lebensberatung. Der Anstieg geht vor allem auf höhere Erträge aus der Ersatzschulfinanzierung des Landes Nordrhein- Westfalen sowie den sonstigen Zuschüssen von Bund, Kommunen und Kreisen zurück.

Bei den Schulen trägt das Land 85 Prozent der anrechnungsfähigen laufenden Aufwendungen. Für die mietfreie Stellung der Gebäude und die Schulausstattung werden zusätzlich weitere 9 Prozent übernommen. Tatsächlich trug das Erzbistum unter Berücksichtigung der laufenden Instandhaltungskosten und der Pensionsverpflichtungen 2017 rund 18,1 Mio. Euro.

In den Zuweisungen und Zuschüssen sind Staatsdotationen und ähnliche Zuschüsse in Höhe von rund 4,6 Mio. Euro enthalten. Die Position „Sonstige Umsatzerlöse“ beinhaltet im Wesentlichen Mieterträge (5,8 Mio. Euro), Erträge aus Kursgebühren (4,2 Mio. Euro), Erstattung von Personalkosten (2,7 Mio. Euro) sowie Erträge aus Beherbergung und Verköstigung (2,4 Mio. Euro).

Die sonstigen Erträge beliefen sich im Jahr 2017 auf insgesamt rund 39,2 Mio. Euro. Dabei entfiel der größte Ertragsanteil wie auch im Vorjahr auf Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen. Im Berichtsjahr waren dies rund 22,8 Mio. Euro, die insbesondere aus der Auflösung von Pensionsrückstellungen und ähnlichen Verpflichtungen (9,8 Mio. Euro) sowie aus der Auflösung von Rückstellungen für nicht abgerechnete Bauzusagen gegenüber Kirchengemeinden (rund 4,9 Mio. Euro) resultierten. Sonstige Erträge umfassten außerdem periodenfremde Erträge aus den Jahresabrechnungen der Kirchengemeinden und Kindertagesstätten aus Vorjahren in Höhe von 5,9 Mio. Euro, Erträge aus hinfälligen Bewilligungen und der Rückerstattung von ausgezahlten Mitteln in Höhe von rund 3 Mio. Euro sowie Erträge aus Abgängen des Finanzanlagevermögens mit 2,9 Mio. Euro. Aus Spenden und Kollekten wurden rund 1,3 Mio. Euro erlöst.

Der im Jahr 2017 zu verzeichnende Rückgang der sonstigen Erträge um 11,1 Mio. Euro (-22 Prozent) geht auf Sondereffekte im Vorjahr zurück. 2016 wurde die Kalkulation für Pensionsrückstellungen angepasst, was zur Auflösung von Rückstellungen führte. Außerdem fielen 2016 Erträge aus dem „Erstattungsanspruch Sanierungsgeld“&nbsp gegenüber der KZVK an. Zudem sanken im Berichtsjahr 2017 die Erträge aus hinfälligen Bewilligungen und der Rückerstattung um 4 Mio. Euro. Gleichzeitig reduzierten sich auch die realisierten Kursgewinne beim Verkauf festverzinslicher Wertpapiere, die unter Nominalwert erworben wurden, um 2,4 Mio. Euro. Gegenläufig wirkte vor allem die Zunahme der periodenfremden Erträge aus den Jahresrechnungen der Kirchengemeinden und Kindertagesstätten aus den Vorjahren in Höhe von 2,2 Mio. Euro.

Aufwendungen

Zuweisungen und Zuschüsse an Kirchengemeinden, Kindertagesstätten, die Caritas und weitere Rechtsträger repräsentieren mit 226,2 Mio. Euro 46,6 Prozent der Aufwendungen und sind damit die größte Aufwandsposition in der Ergebnisrechnung. So erhalten die Kirchengemeinden und Gemeindeverbände Schlüsselzuweisungen zur Deckung ihrer Aufwendungen. Darüber hinaus gibt das Erzbistum Investitionszuschüsse für Bau- und Instandhaltungsmaßnahmen. Gleiches gilt für die rund 500 Kindertagesstätten. Mit den Zuschüssen an den Caritasverband für das Erzbistum Paderborn e. V. stellt das Erzbistum außerdem Finanzmittel für die übernommenen caritativen Aufgaben zur Verfügung.

Im Berichtsjahr 2017 hat das Erzbistum Paderborn Änderungen in der Untergliederung der Position „Aufwendungen aus Zuweisungen und Zuschüssen“ vorgenommen. Neu aufgenommen wurde die Position „Bildung“. Außerdem entfallen die Kategorien „Kirchliche Einrichtungen, nicht kirchliche Schulen und sonstige Aufgabenbereiche“. Die bislang hier verbuchten Aufwendungen wurden im Berichtsjahr 2017 den Bereichen „Caritative Dienste“, „Mission, Weltkirche, Entwicklungs- und Katastrophenhilfe“ sowie „Bildung“ entsprechend zugeordnet. Um eine Vergleichbarkeit mit dem Vorjahr zu ermöglichen, wurde im Finanzbericht 2017 die Untergliederung der Aufwendungen aus Zuwendungen und Zuschüssen des Jahres 2016 rückwirkend an die neue Darstellung angeglichen.

Der Rückgang im Bereich der territorialen Seelsorge geht unter Berücksichtigung höherer Investitionsaufwendungen für Abrufe von Bauzuschüssen der Kirchengemeinden (+4,1 Mio. Euro) vor allem auf den Wegfall des Sondereffektes aus dem Jahr 2016 für Rückstellungen nicht abgerechneter Jahresabrechnungen der Kirchengemeinden (-6,4 Mio. Euro) zurück. Des Weiteren verringerten sich die Schlüsselzuweisungen an die Kirchengemeinden (-9,1 Mio.) unter anderem aufgrund einer niedriger ausgefallenen Sonderförderung (-4,6 Mio. Euro).

Bei der kategorialen Seelsorge stiegen die Zuweisungen an die Ordensgemeinschaften um rund 3,9 Mio. Euro, gleichzeitig gingen aber die Aufwendungen für das Metropolitankapitel und sonstige kirchliche Einrichtungen aufgrund des Wegfalls einer Sonderausschüttung des Vorjahres zurück.

Maßgeblich für die Zunahme der Aufwendungen im Bereich der caritativen Dienste um 42 Prozent war die Ausweitung der Altenhilfe mit zusätzlichen rund 11,3 Mio. Euro. Gleichzeitig reduzierte sich hier die Flüchtlingshilfe gegenüber dem Vorjahr um 1,1 Mio. Euro.

Die Ausweitung der Aufwendungen im Bildungsbereich geht vor allem auf höhere Zuweisungen an Schulen in anderer Trägerschaft, insbesondere an das Ursulinengymnasium in Werl, mit 4,9 Mio. Euro zurück.

Die zweitgrößte Aufwandsposition stellen die Personalkosten dar. Der Aufwand für Löhne und Gehälter stieg dabei mit 3,9 Mio. Euro stärker (+3,5 Prozent) als die sozialen Abgaben und Aufwendungen für die Altersversorgung und für Unterstützung, die um 0,7 Mio. Euro (+1,1 Prozent) zunahmen.

Aufwendungen aus Zuweisungen und Zuschüssen20172016

Tsd. EuroTsd. Euro
Territoriale Seelsorge / Kirchengemeinden und Gemeindeverbände
114.213,7
123.494,8
Kindertagesstätten
27.818,130.219,3
Caritative Dienste
35.142,624.749,3
Mission, Weltkirche sowie Entwicklungs- und Katastrophenhilfe
14.884,316.239,9
Kategoriale Seelsorge
14.995,116.168,4
Bildung
10.531,75.587,1
Übrige
8.663,25.324,5
SUMME
226.248,6221.783,2

Insgesamt stiegen die Personalaufwendungen damit gegenüber dem Vorjahr um rund 2,6 Prozent auf insgesamt rund 183,8 Mio. Euro.

Zum Jahresende 2017 beschäftigte das Erzbistum Paderborn 2.874 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Rund ein Viertel davon sind Lehrerinnen und Lehrer, gut ein Drittel sind Priester, Diakone und sonstige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im pastoralen Dienst. Ebenfalls ein gutes Drittel entfällt auf das Personal der verschiedenen Einrichtungen und der Verwaltung.

Die planmäßigen Abschreibungen auf Sachanlagen beliefen sich im Jahr 2017 auf rund 9,6 Mio. Euro.

Die sonstigen Aufwendungen lagen 2017 mit 66,3 Mio. Euro 11 Prozent über dem Niveau des Vorjahres. Größte Position sind mit 11,6 Mio. Euro die Hebegebühren der Finanzverwaltung für den Einzug der Kirchensteuer (3 Prozent der Kirchensteuererträge). Weitere Aufwandspositionen umfassen unter anderem die Gebäudeinstandhaltung (rund 10,6 Mio. Euro), die Beschäftigung von Fremdpersonal (4,4 Mio. Euro), Schülerbeförderung (3,6 Mio. Euro), Reisekosten (2,6 Mio. Euro), Reinigung (2,5 Mio. Euro) sowie Kosten für Energie- und Wasserverbrauch (2,1 Mio. Euro). Hinzu kommen Büro- und IT-Kosten, Mieten, Versicherungen, Tagungen und Kongresse, Erlass von Kirchensteuern und andere Aufwendungen.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

31.12.2017
in den Schulen in Trägerschaft des Erzbistums Paderborn769
     davon Lehrerinnen und Lehrer in einem beamtenähnlichen Dienstverhältnis596
     davon Lehrerinnen und Lehrer in einem Angestelltenverhältnis120
     davon Sonstige (z. B. Hausmeister, Schulsekretärinnen, Raumpflegerinnen etc.)53


im Bereich Laien des Erzbistums Paderborn
1.095


im Pastoralen Dienst des Erzbistums Paderborn
1.010
     davon Priester
587
     davon Diakone im Haupt- und mit Zivilberuf
130
     davon Pastoral- und Gemeindereferenten
293
GESAMT
2.874
Finanzergebnis

Das Finanzergebnis umfasst auf der Ertragsseite zum einen die Ergebnisabführung der Beteiligungen, wobei nur die Siedlungsgesellschaft „Am Bilderstöckchen“ GmbH ein Ergebnis ausschüttet.

Außerdem wurden aus den vom Erzbistum selbst verwalteten Anlagen in festverzinslichen Wertpapieren höchster Bonität und den extern verwalteten Immobilienfonds Erträge von 45,5 Mio. Euro ausgeschüttet. Dies entspricht einer durchschnittlichen Buchwertrendite von 1,2 Prozent. Berücksichtigt man zusätzlich die nicht ausgeschütteten Erträge aus den extern verwalteten Teilen des Wertpapiervermögens, so ergibt sich eine Gesamtrendite von 2,8 Prozent.

Die Gesamtrendite per Ende 2017 ergibt sich vor dem Hintergrund des anhaltend niedrigen Zinsniveaus unter anderem aus Wertpapieren mit langer Laufzeit und bester Bonität, die bereits vor einigen Jahren gekauft worden sind und noch hohe Kupons beinhalten. Würde man den heutigen Rentendirektbestand komplett ankaufen, müsste man sich mit einer Endfälligkeitsrendite von 0,1 Prozent zufriedengeben. Die Endfälligkeitsrendite des gesamten Finanzanlagevermögens liegt bei 1,0 Prozent.

Das Finanzergebnis wird geschmälert durch die gesetzlich vorgesehene Aufzinsung von Rückstellungen und Darlehen in Höhe von 18,2 Mio. Euro.

Jahresergebnis und Ergebnisverwendung

Aus dem operativen Ergebnis von 40,3 Mio. Euro und dem Finanzergebnis ergibt sich ein Jahresüberschuss von insgesamt rund 68,4 Mio. Euro. Daraus wurden zunächst die Rücklagen dotiert. Zur Sicherstellung der Altersversorgungsverpflichtungen des Erzbistums wurden den Pensionsrücklagen 2017 rund 76 Mio. Euro zugeführt. Dies stellt gegenüber 2016 eine geringere Zuführung von rund 36,3 Mio. Euro dar. Grund dafür ist der Wegfall eines Einmaleffektes aus dem Vorjahr im Zusammenhang mit der Änderung des für die Bewertung der Pensionsrückstellungen relevanten Zinssatzes.

Außerdem wurden per Saldo 11,4 Mio. Euro aus den Bau- und Sonderrücklagen entnommen. Insgesamt ergibt sich ein Bilanzgewinn von 15,0 Mio. Euro.

Der Kirchensteuerrat hat beschlossen, den Bilanzgewinn vollständig für die Kirchengemeinden (9,7 Mio. Euro) und caritative Zwecke (5,3 Mio. Euro) zu verwenden.