Ausblick

Der Kirchensteuerrat hat die Entwicklung der Kirchensteuer für 2018 intensiv diskutiert. Basis der Überlegungen ist die Steuerschätzung des Bundes, die auf die Besonderheiten des Erzbistums anzupassen ist. Für das Jahr 2018 rechnet das Erzbistum Paderborn aufgrund der weiterhin guten wirtschaftlichen Lage und des hohen Beschäftigungsgrades mit einem Kirchensteueraufkommen von rund 405,2 Mio. Euro. Mittel- bis langfristig erwartet das Erzbistum unter Berücksichtigung der Auswirkungen des demografischen Wandels sowie einer Abkühlung der wirtschaftlichen Entwicklung allerdings deutlich niedrigere Kirchensteuereinnahmen.

Die staatlichen Zuschüsse für die Refinanzierung der Schulen sowie die Mittel in der Erwachsenenund Familienbildung sind derzeit weiterhin stabil. Aufgrund der schwierigen Haushaltslage des Landes Nordrhein-Westfalen sind Kürzungen jedoch nicht auszuschließen.

Die Kapitalerträge sind geprägt von der Entwicklung der Renten-, Aktien- und Immobilienmärkte. Vor dem Hintergrund der weiterhin niedrigen Kapitalmarktzinsen rechnet das Erzbistum Paderborn im Jahr 2018 mit deutlich geringeren Kapitalerträgen. Außerdem führt das niedrige Zinsniveau aufgrund der Absenkung des Rechnungszinses zu einer notwendigen Nachdotierung der gesetzlich vorgeschriebenen Pensionsrückstellungen und der Pensionsrücklage.

Die Personalkosten des Erzbistums entwickeln sich ähnlich wie die im öffentlichen Dienst. Die Anzahl der Priester wird kontinuierlich abnehmen, während die Anzahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Erzbistum Paderborn und der angeschlossenen Einrichtungen wachsen wird. Es wurden bereits Maßnahmen eingeleitet, um Priester und Ehrenamtliche von administrativen Aufgaben zu entlasten. Auch mit den Aufwendungen aus Zuwendungen und den Zuschüssen an Dritte, zum Beispiel Kirchengemeinden und Caritas, werden überwiegend Personalkosten refinanziert. Vor diesem Hintergrund wird die Personalkostenentwicklung im Erzbistum Paderborn auch zukünftig ein wichtiger Faktor der Haushaltsplanung sein.

Im Bereich der Kindertagesstätten wird in den kommenden Jahren mit deutlichen Mehrkosten gerechnet.

Gäste im Jordan Treff des Franziskanerklosters Dortmund

Zum einen werden die Betreuungszeiten und die Personalintensität zunehmen, zum anderen entwickeln sich die Erträge aus der Kindpauschale und die Personalkosten gegenläufig. Die neue Landesregierung hat erste Schritte unternommen, um die für viele Einrichtungen existenzbedrohende Unterfinanzierung zu beheben. Die langfristigen Finanzierungsbedingungen für den Kita-Bereich sind aber noch dauerhaft zu regeln.

2018 rechnet das Erzbistum Paderborn mit einem nahezu ausgeglichenen und dennoch leicht positiven Jahresergebnis in Form eines geringen Jahresüberschusses in Höhe von rund 0,4 Mio. Euro. Da weitere Zuführungen zu den Pensionsrücklagen zu erwarten sind, rechnet das Erzbistum mit einem negativen Bilanzergebnis von rund 61,6 Mio. Euro, das aus Rücklagen auszugleichen ist. Auch in den kommenden Jahren wird die Umsetzung des vom Erzbischof in Kraft gesetzten Zukunftsbildes für das Erzbistum Paderborn Ressourcen binden und sich auf die Finanzplanung auswirken. Der im Erzbischöflichen Generalvikariat angestoßene Organisationsentwicklungsprozess lässt 2018 erste Ergebnisse erwarten.