Einführung

Einführung Im Wandel Kontinuität sichern

Der Finanzbericht des Erzbistums Paderborn beschreibt mit dem Jahresabschluss auf den ersten Blick eine große Organisation, die viel Geld bewegt. Auf den zweiten Blick dient diese Organisation damit dem Ziel der Kirche im Erzbistum, Menschen zu bewegen, sie zu begleiten und die Frohe Botschaft zu verbreiten. Dabei sind die finanziellen Aspekte, die hier umfassend beschrieben und erläutert sind, nur Mittel zum Zweck. Dennoch oder gerade deshalb erfordert das Handeln der Kirche in einer modernen Gesellschaft einen professionellen Umgang mit den ihr anvertrauten Finanzmitteln. Dies betrifft nicht nur die sorgsame Umsetzung in der täglichen Arbeit, sondern verlangt auch den vorausschauenden, nachhaltigen Blick in die Zukunft und eine verlässliche Finanzpolitik, die künftige Entwicklungen berücksichtigt.

Das Zukunftsbild für das Erzbistum Paderborn lenkt den Blick auf die Frage, welche Herausforderungen sich aus sich wandelnden Bedürfnissen der Menschen und gesellschaftlichen Entwicklungen ergeben. Dafür müssen die Grundlagen erhalten und die Handlungsfähigkeit gesichert werden. Drei zentrale Themenfelder bestimmen die strategische Planung der Finanzen im Erzbistum Paderborn: die Sicherstellung der laufenden Arbeit der Kirche und ihrer Einrichtungen sowie der vielen Initiativen in Kirchengemeinden und Verbänden, das Management der grundlegenden Finanzströme und die langfristige Absicherung der hierfür erforderlichen Grundlagen.

Verlässliches Handeln, flexible Handlungsfähigkeit

Die Finanzpolitik des Erzbistums Paderborn dient nicht der Erzielung von Gewinnen. Ihr Auftrag besteht darin, die vielfältigen Aktivitäten der Kirche im Erzbistum angemessen und verlässlich mit Finanzmitteln zu versorgen, so dass sie auch langfristig wirken. Ein wesentlicher Aspekt dabei ist die Finanzierung der Kirchengemeinden. Die Pfarreien sind grundsätzlich unabhängig, benötigen aber die finanzielle Unterstützung durch die Kirchensteuer. Über Bedarfszuweisungen zur Finanzierung der laufenden Aufgaben und Finanzierungshilfen für Instandhaltungs- und Investitionsmaßnahmen stützt das Erzbistum diese Aktivitäten ab.

Ähnliches gilt für weitere seelsorgerische und soziale Einrichtungen und Initiativen, insbesondere in den besonderen Formen und Wegen der Seelsorge sowie in der Caritas.

Dabei handelt es sich nicht um ein statisches Verteilungssystem. Vielmehr unterliegen die Bedürfnisse der Menschen einem stetigen Wandel, dem das Finanzwesen Rechnung trägt. Zudem erfordern gesellschaftliche Veränderungen eine ständige Anpassung der Mittelallokation.

Alle Erträge, die das Erzbistum erzielt, werden für die Aufgaben der Kirche eingesetzt. Die Kirchensteuerzahler tun damit viel Gutes. Das Zukunftsbild für das Erzbistum Paderborn zeigt die großen Linien für die künftige Entwicklung auf. Die Aufgabe des Finanzbereichs ist es, diese Entwicklungen zu begleiten und zu unterstützen.

Risikomanagement bei Erträgen und Aufwendungen

Die laufenden Erträge aus der Kirchensteuer sind essenziell für die umfangreichen Aktivitäten der Kirche. Auch wenn in den vergangenen Jahren stetig wachsende Erträge aus den Beiträgen der Katholiken zu verzeichnen waren, ist die Höhe des Kirchensteueraufkommens durch die Kirche kaum zu beeinflussen. Neben Veränderungen in der Mitgliederbasis – durch die demografische Entwicklung, Austritte und Wanderungsbewegungen – wirkt sich vor allem die konjunkturelle Entwicklung auf die Erträge aus. Dementsprechend muss die Finanzplanung vorsichtig sein, weil strukturelle Anpassungen oft Zeit brauchen und weil das Erzbistum darauf Wert legt, dass sich die Menschen auf die Nachhaltigkeit kirchlicher Angebote und Leistungen verlassen können.

Neben den Risiken der Ertragsentwicklung muss das Erzbistum Paderborn auch die Kostenentwicklung aufmerksam verfolgen. Besonders fallen hier die Personalkosten ins Gewicht, aber auch die Kosten für die Instandhaltung von Gebäuden. Der große Immobilienbestand, insbesondere in den Kirchengemeinden, erfordert die Bildung von Reserven. Die Vielzahl denkmalgeschützter Immobilien und die damit verbundenen kulturellen Werte stellen „Ewigkeitslasten“ dar, deren Finanzierung langfristig gesichert werden muss.

Kapitalanlage und Infrastruktur

Zu Recht erwarten die Menschen von der Verwaltung des Erzbistums Paderborn einen professionellen Umgang mit den Finanzmitteln, die sie ihm anvertraut haben. Dies gilt insbesondere für die Gestaltung der Kapitalanlage und den Erhalt der Infrastruktur. Eine große Herausforderung besteht darin, einen Weg zu finden, der die betriebswirtschaftlichen Erfordernisse und gegebenenfalls damit verbundene Optimierungsansätze mit dem Wertesystem der Kirche verbindet. In der Kapitalanlage erfolgt dies zum Beispiel durch ein umfassendes System von Nachhaltigkeitskriterien, das ständig weiterentwickelt wird. Zudem sind auch auf dem Gebiet der Kapitalanlage externe Faktoren zu beachten. Besonders relevant ist die seit einigen Jahren anhaltende Niedrigzinssituation. Sie führt zu deutlich niedrigeren Kapitalerträgen. Zugleich erfordert sie erhebliche Anstrengungen, um die langfristigen Verpflichtungen abzusichern.

Die Kirche besteht aus der Gemeinschaft von Menschen, und sie sucht die Nähe zu den Menschen. Deshalb ist die Kirche in Stadt und Land umfassend präsent. Ihre Versammlungsorte sind dabei oft Zeichen von Identität und Kultur. Daraus erwächst eine enorme Verantwortung. Im Gebäudemanagement gilt es, langjährige Gewohnheiten und verständliche Bindungen mit angemessenen und vertretbaren Planungen für eine langfristige Tragfähigkeit und Bedarfspassung in die Zukunft zu führen.

Fotos einer Bewohnerin des Marienheims in Siegen
Solide Grundlagen – langfristige Perspektive

Der vorliegende Finanzbericht schafft Transparenz und informiert über die Entwicklungen im Erzbistum Paderborn. Auf einer soliden Basis entwickelt sich das Erzbistum weiter. Die Planung dafür ist langfristig, aber flexibel, und sie berücksichtigt die Veränderungen in Kirche und Gesellschaft. Denn die Grundlagen für das künftige Wirken werden heute gelegt.