Ihre Kirchensteuern finanzieren vielfältige Aufgaben

Die vom Erzbistum Paderborn aus Kirchensteuern und Kapitalerträgen finanzierten Aufwendungen lagen im Jahr 2017 insgesamt bei 381,4 Mio. Euro. Davon entfiel analog zum Vorjahr mehr als die Hälfte auf die territoriale Seelsorge, im Wesentlichen in Form von Zuschüssen und Zuweisungen an die Kirchengemeinden. Des Weiteren flossen 19 Prozent in die Aufgabenbereiche Bildung, Schulen und Kindertagesstätten. Für soziale Aktivitäten wurden rund 10 Prozent der Kirchensteuer- und Kapitalerträge aufgewendet. Die kategoriale Seelsorge, welche die Seelsorgeaktivitäten außerhalb der Gemeinden beinhaltet, umfasste gut 8 Prozent der aus Kirchensteuer und Kapitalerträgen des Erzbistums Paderborn finanzierten Aufwendungen.

Seelsorgeaufgaben werden zu einem großen Teil dezentral in den Kirchengemeinden wahrgenommen. Ein lebendiges Glaubensleben in den Gemeinden vor Ort ist das Fundament der Kirche. Dafür erhalten die Kirchengemeinden Mittelzuweisungen für die Finanzierung der laufenden Sach- und Personalaufwendungen. Hinzu kommen vom Erzbistum finanzierte Personalaufwendungen und Vorsorgeleistungen, insbesondere für die Seelsorger. Der 2017 aus Kirchensteuern und Kapitalerträgen ausgewiesene Finanzierungsbeitrag für die sogenannte territoriale Seelsorge ging gegenüber dem Vorjahr um rund 19 Mio. Euro und damit um 9 Prozent zurück. Dies ist unter anderem auf die Umgruppierung einzelner Aufwandspositionen zurückzuführen, die 2016 unter dem Bereich der „territorialen Seelsorge" verbucht wurden, ab dem Berichtsjahr 2017 jedoch anderen Aufgabengebieten zugeordnet werden. Hierzu gehören vor allem Aufwendungen für das Metropolitankapitel, die 2017 rund 4,5 Mio. Euro betrugen und ab dem Berichtsjahr 2017 dem Bereich der „kategorialen Seelsorge“ zugeordnet werden. Des Weiteren ist der Rückgang vor allem auf die Ergebnisausschüttung 2016 zurückzuführen, die unter der Ausschüttung 2015 lag. Hinzu kommen geringere Versorgungsleistungen. Die territoriale Seelsorge hatte mit 195,1 Mio. Euro im Jahr 2017 einen Anteil von 51,2 Prozent an den aus Kirchensteuermitteln und Kapitalerträgen finanzierten Aufwendungen.

Der Bereich „Soziales“ umfasst neben den Leistungen an den Diözesan-Caritasverband im Wesentlichen die Finanzierungsbeiträge für Altenheime, Krankenhäuser sowie Zuschüsse für Hospize und andere caritativ tätige Rechtsträger. Bis 2016 ebenfalls unter diesem Aufgabenbereich verbuchte Aufwendungen für Beratungsstellen für Ehe-, Familien- und Lebensfragen werden ab dem Berichtsjahr 2017 der Kategorialseelsorge zugeordnet. Mit Aufwendungen in Höhe von 36,6 Mio. Euro ist der Bereich „Soziales“ nach den Seelsorgeaufgaben das größte Tätigkeitsfeld des Erzbistums Paderborn. Der hierfür geleistete Finanzierungsbeitrag ist im Vergleich zum Vorjahr um rund 9,7 Mio. Euro gestiegen.

30,9 Mio. Euro flossen 2017 in die kategoriale Seelsorge.

Dies ist unter Berücksichtigung der Neuzuordnung der Aufwendungen für die Beratungsstellen vor allem auf gestiegene Aufwendungen für Altenheime in Höhe von 11,3 Mio. Euro zurückzuführen.

Neben der Gemeindearbeit findet Seelsorge auch an vielen anderen Orten statt. Diese Arbeit wird im Haushalt des Erzbistums Paderborn als kategoriale Seelsorge zusammengefasst. Sie umfasst beispielsweise die Krankenhaus- und Gefängnisseelsorge, die Ausländerseelsorge oder die Feuerwehr-, Polizei- und Notfallseelsorge. Im Bereich der Jugendarbeit fördert das Erzbistum unter anderem die Jugendverbände und unterhält das Jugendhaus Hardehausen. Die Unterstützung der Vielzahl katholischer Verbände sowie die Ehrenamtsförderung sind weitere Einsatzbereiche. 30,9 Mio. Euro beziehungsweise 8,1 Prozent der Aufwendungen flossen 2017 in diesen Bereich. Die Zunahme um rund 13 Mio. Euro ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass Aufwendungen, die bisher unter dem Bereich „Soziales“ sowie der „territorialen Seelsorge“ verbucht wurden, ab 2017 der Kategorialseelsorge zugeordnet werden. Dies betrifft die Aufwendungen für das Metropolitankapitel sowie die Telefonseelsorge.

Das Erzbistum finanziert den Betrieb von 14 eigenen Schulen (davon 13 eigene Immobilien) sowie von 5 Schulen in der Trägerschaft von Stiftungen. Hinzu kommen Zuschüsse für Betriebskosten und Instandhaltung der Gebäude von 12 weiteren Schulen in Trägerschaft anderer katholischer Einrichtungen. Zusammen kostete dies nach Verrechnung öffentlicher Mittel 2017 rund 28,1 Mio. Euro aus Kirchensteuermitteln und Kapitalerträgen. Hier stieg der Aufwand gegenüber dem Vorjahr um rund 9,4 Mio. Euro im Wesentlichen durch erhöhte Zuweisungen an mehrere Gymnasien. Davon entfielen unter anderem rund 4,9 Mio. Euro auf das Ursulinengymnasium in Werl, 1,9 Mio. Euro auf das Gymnasium St. Michael in Paderborn, 1,1 Mio. Euro auf das Mallinckrodt-Gymnasium in Dortmund sowie rund 1 Mio. Euro auf das Hildegardis- Gymnasium in Hagen.

Unter den Bereich „Verwaltung“ fallen die Kosten der zentralen Abteilungen im Erzbischöflichen Generalvikariat in Paderborn, die im Jahr 2017 rund 25,1 Mio. Euro umfassten. Dazu gehören klassische Verwaltungsaufgaben wie das Rechtsamt, das Bauamt, die Personalverwaltung, das Finanz- und Rechnungswesen, die technischen Dienste, die IT sowie die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Der Bereich umfasst aber auch zentrale Stellen der pastoralen Leitung wie die Priesterbetreuung, die Fort- und Weiterbildung und die Fachstellen für Liturgie und Ökumene, die letztlich alle der Seelsorge dienen. Die Aufwendungen nahmen gegenüber dem Vorjahr um 12,7 Prozent auf 25,1 Mio. Euro zu. Dies resultiert insbesondere aus gestiegenen Kosten für den Bereich Informationstechnologie, für die Bistumsentwicklung sowie für die Steuerung und Entwicklung der Gemeindeverbände.

23,3 Mio. Euro hat das Erzbistum 2017 für die Unterstützung der rund 500 geförderten Kindertagesstätten ausgegeben und bewegt sich damit auf Vorjahresniveau. Fast 30.000 Kinder werden dort betreut, davon rund die Hälfte aus katholischen Familien. Die Trägerschaft von etwa drei Vierteln der Kindertagesstätten liegt bei sieben Betreibergesellschaften in der Rechtsform der gemeinnützigen GmbH, deren Mehrheitseigner die Kirchengemeindeverbände sind. Etwa ein Viertel ist in Trägerschaft der Kirchengemeinden. Zum Beginn des Kindergartenjahres 2018/2019 haben sich fast alle kirchengemeindlichen Kindertagesstätten den Betreibergesellschaften angeschlossen.

Bildungsstätten und Exerzitieneinrichtungen in Trägerschaft des Erzbistums Paderborn

EinrichtungStandortZweck
Katholische AkademieSchwerteBildungsstätte
St.-Klemens-KommendeDortmundBildungsstätte
Liborianum – Bildungs- und Gästehaus des ErzbistumsPaderbornBildungsstätte
Katholische Landvolkshochschule Anton HeinenWarburgBildungsstätte
Bildungs- und Exerzitienhaus St. BonifatiusWinterbergBildungsstätte und Exerzitienhaus
Jugendhaus im Erzbistum PaderbornWarburgJugendbildungsstätte

Für Bildung wurden 2017 aus Kirchensteuern und Kapitalerträgen Aufwendungen in Höhe von rund 20,2 Mio. Euro finanziert. Sie wurden für Jugend- und Erwachsenenbildungsstätten des Erzbistums sowie weitere Einrichtungen für Wissenschaft, Kultur und Bildung eingesetzt. Dazu gehören unter anderem das Erzbischöfliche Diözesanmuseum, das Institut für Religionspädagogik und Medienarbeit, das Johann-Adam- Möhler-Institut für Ökumenik sowie das Pauluskolleg für Studierende der Religionspädagogik an der Katholischen Hochschule NRW. Gefördert werden zudem die katholischen Bildungsstätten in mehreren Städten und das Erzbischöfliche Priesterseminar. Allein an den Standorten der katholischen Erwachsenen- und Familienbildung im Erzbistum Paderborn wurden im Jahr 2017 rund 62.000 Unterrichtsstunden mit mehr als 30.000 Teilnehmertagen durchgeführt.

Für überdiözesane Aufgaben stellte das Erzbistum Paderborn 18,2 Mio. Euro bereit und bewegte sich damit leicht über dem Vorjahresniveau. Die verwendeten Mittel finanzieren auch das Engagement für die Weltkirche und die Soforthilfe bei Katastrophen.

Sonstige Aufwandsposten sind unter anderem die Liegenschaften sowie das Offizialat. Hier waren 2017 höhere Aufwendungen für Grundstücke und Gebäude zu verzeichnen.

Die Tabelle zeigt, gegliedert nach Aufgabenbereichen, die Aufwendungen, die das Erzbistum nach Verrechnung der hierauf jeweils entfallenden Erträge (insbesondere durch Zuschüsse zum Schulbetrieb) finanziert.

Krankenhauspfarrer Frank Wecker arbeitet im Klinikum Dortmund mit den ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen der ökumenischen Krankenhaushilfe zusammen.
AufgabenbereichTsd. Euro
Territoriale Seelsorge195.118,2
Soziales36.610,0
Kindertagesstätten23.317,8
Verwaltung Erzbistum25.123,0
Bildung20.195,3
Schulen 28.103,0
Überdiözesane Aufgaben/Weltkirche18.246,1
Kategoriale Seelsorge30.898,8
Sonstiges3.793,7
GESAMT381.405,9