Personalarbeit im Erzbischöflichen Generalvikariat

Im Erzbistum Paderborn sind in verschiedenen kirchlichen Einrichtungen und Organisationen viele Menschen hauptamtlich für Bildung, Caritas und Seelsorge tätig. Der vorliegende Bericht bezieht sich ausschließlich auf die Beschäftigten des Erzbischöflichen Generalvikariats einschließlich des Offizialats. Die Lehrerinnen und Lehrer in den erzbischöflichen Schulen, die Priester und Diakone sowie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im pastoralen Dienst sind in anderen Leitungsstrukturen tätig und daher nicht Gegenstand dieses Berichts.

Das Erzbischöfliche Generalvikariat verfolgt ein werteorientiertes und nachhaltiges Personalmanagement. Der verantwortungsvolle und wertschätzende Umgang mit allen Mitarbeitenden hat seine Grundlage im christlichen Werteverständnis. Leitlinie der Zusammenarbeit ist ein von Vertrauen geprägtes Arbeitsumfeld, in dem die Mitarbeitenden ihre beruflichen Potenziale in jeder Lebensphase entfalten können und das ein erfülltes Familienleben ermöglicht. Die Personalentwicklung berücksichtigt deshalb die Leistungen und Kompetenzen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ebenso wie ihre persönliche Lebenssituation. Eine Vielzahl von Kriterien wie Familie, persönliche Potenziale, wirtschaftliche Absicherung sowie ein ganzheitliches Verständnis von Gesundheit und Persönlichkeit sind für die Personalarbeit des Erzbistums Paderborn maßgeblich.

Personal in Zahlen

Zum Jahresende 2017 waren im Erzbischöflichen Generalvikariat insgesamt 633 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. Der Anteil der Mitarbeiterinnen lag bei 62,4 Prozent. Die hohe Verbundenheit der Mitarbeitenden zeigt sich in der Betriebszugehörigkeit von durchschnittlich 14,4 Jahren.


31.12.2017
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Gesamt633
davon Frauen (in Prozent)395 (62,4)
davon Männer (in Prozent)238 (37,6)
Führungskräfte110
davon Frauen32
davon Männer78
Unter 30 in Prozent0,9
Frauen0,9
Männer0,0
30-50 in Prozent41,8
Frauen13,6
Männer28,2
Über 50 in Prozent57,3
Frauen14,6
Männer42,7

31.12.2017
Nicht leitende Mitarbeiter/ -innen
Gesamt523
davon Frauen363
davon Männer160
Unter 30 in Prozent12,8
Frauen8,8
Männer4,0
30-50 in Prozent40,2
Frauen26,8
Männer13,4
Über 50 in Prozent47,0
Frauen33,8
Männer13,2

31.12.2017
Mitarbeitende nach Vertrag und Position
Mitarbeitende mit Vollzeitverträgen378
davon Frauen166
davon Männer212
Mitarbeitende mit Teilzeitverträgen
247
davon Frauen224
davon Männer23
Mitarbeitende mit unbefristeten Verträgen
539
davon Frauen331
davon Männer208
Mitarbeitende mit befristeten Verträgen*)
94
Frauen64
Männer30

*) Davon 14 Ausbildungsverträge gemäß Berufsausbildungsgesetz, 10 Trainee-/Praktikantenverhältnisse, 57 Befristungen gemäß § 14 Abs. 2 TzBfG ohne Sachgrund, 13 Befristungen gemäß § 14 Abs. 1 TzBfG mit Sachgrund, (davon 7 Projektstellen)

Mitarbeitereinbindung

Das Erzbistum Paderborn beteiligt seine Mitarbeitenden an Entwicklungs- und Veränderungsprozessen. Der Einbindung dienen verschiedene Instrumente, wie unter anderem Informationsveranstaltungen und themengerechte Projektund Arbeitsgruppen sowie die Mitarbeitervertretung, Schwerbehindertenvertretung und die Vertretung der Jugendlichen und Auszubildenden. Ein Beispiel ist der zehnjährige Prozess „Perspektive 2014“ zur Entwicklung des Zukunftsbildes für das Erzbistum Paderborn. Darüber hinaus besteht im Erzbischöflichen Generalvikariat ein Verbesserungsmanagement, um die Erfahrungen und das Ideenpotenzial der Mitarbeitenden für die wirtschaftliche und effektive Gestaltung der Arbeitsabläufe zu nutzen.

Personalentwicklung

Die Qualifikation und Weiterbildung des Teams nehmen einen breiten Raum ein. Den Rahmen für die Aus- und Weiterbildung bilden die Grundordnung des kirchlichen Dienstes sowie die im Erzbistum Paderborn 2009 in Kraft gesetzten „Grundsätze zur Personal- und Organisationsentwicklung“.

Neue Mitarbeitende werden von einem erfahrenen Mentor sechs Monate lang in ihr Arbeitsfeld und die Besonderheiten des kirchlichen Dienstes eingeführt. Außerdem sind Personalentwicklungsgespräche und die kontinuierliche weitere Qualifikation feste Bausteine der Personalentwicklung. Das bestehende umfangreiche Angebot zur Fort- und Weiterbildung wird laufend angepasst und erweitert. Dabei ergänzen sich interne Seminare zu allgemeinen Themen mit Angeboten, die auf den individuellen Bedarf ausgerichtet sind. Zusätzlich können Mitarbeitende externe Arbeitnehmerweiterbildungen bei nach dem Weiterbildungsgesetz anerkannten Veranstaltern in Anspruch nehmen.


2017
Zeit für Aus- und Weiterbildung
Alle Mitarbeiter (Gesamtstundenzahl)12.000
Je Mitarbeiterin (durchschnittliche Stundenzahl)19,0
Je Mitarbeiter (durchschnittliche Stundenzahl)18,6


Durchschnittliche Stundenzahl nach Alter
Unter 30 Jahre17,4
30-50 Jahre17,7
Über 50 Jahre21,0
Demografischer Wandel

Das Durchschnittsalter der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Erzbischöflichen Generalvikariat lag zum 31. Dezember 2017 bei 47,5 Jahren. Dabei waren 12,5 Prozent der Mitarbeitenden unter 30, 38,7 Prozent zwischen 30 und 50 sowie 48,8 Prozent über 50 Jahre alt. Das Erzbistum Paderborn ist sich des demografischen Wandels bewusst und hat die künftige Bevölkerungsentwicklung 2013 bei der Überarbeitung seiner Personalstrategie berücksichtigt. Die rechtzeitige Gewinnung jüngerer qualifizierter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bildet dabei einen zentralen Aspekt. Das Erzbistum betreibt ein aktives Mitarbeitermarketing und ist bestrebt, das Durchschnittsalter in den Abteilungen zu senken. Weitere Maßnahmen sollen sicherstellen, dass das Wissen und die Erfahrung der älteren Mitarbeitenden an jüngere Generationen weitergegeben werden.

Bei der Mitarbeitersuche stellen das Tarifgefüge des öffentlichen Dienstes und die geltenden Loyalitätsobliegenheitspflichten teilweise Erschwernisse dar. Gleichzeitig steigern wichtige Aspekte die Attraktivität des Erzbistums Paderborn als Arbeitgeber, so die außerordentlich gute Vereinbarkeit von Beruf und Familie, das ausgewogene Verhältnis von Arbeit und außerberuflicher Persönlichkeitsentfaltung, die Sicherheit bietenden Rahmenbedingungen der kirchlichen Arbeits- und Vergütungsordnung sowie die angenehme Arbeitsumgebung und gute Arbeitsausstattung.

Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Mit seinem christlichen Menschenbild ist das Erzbistum Paderborn ein familienbewusster Arbeitgeber aus Überzeugung: Der Beitrag, den Familien für die Gesellschaft leisten, ist kostbar und unersetzlich. Deshalb gilt es, die Familie und ihre Rechte zu stärken – auch über die Grenzen des Erzbistums hinaus.

Das Erzbischöfliche Generalvikariat unterstützt seine Mitarbeitenden dabei, ihr Berufs- und Privatleben aufeinander abzustimmen, und folgt dabei dem Grundsatz „Miteinander Familie Leben“. Bereits 2008 wurden Unterstützungsmöglichkeiten für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie geschaffen, entsprechende Zielvereinbarungen und Maßnahmen getroffen und der Zertifizierungsprozess „audit berufundfamilie“ eingeleitet. Das Erzbischöfliche Generalvikariat hat dazu sieben Handlungsfelder erarbeitet, die kontinuierlich weiterentwickelt werden: Arbeitszeit, Arbeitsorganisation, Arbeitsort, Informations- und Kommunikationspolitik, Führungskompetenz, Personalentwicklung sowie Service für Familien. Nach 2008, 2012 und 2015 erhält das Erzbischöfliche Generalvikariat im Jahr 2018 bereits zum vierten Mal das Zertifikat „audit berufundfamilie“ als Bestätigung der Vielzahl von Angeboten für familienfreundliches Arbeiten. Im Rahmen der jüngsten Zertifizierung wurden vor allem die Möglichkeiten zur flexiblen Arbeitsorganisation deutlich ausgebaut.

"Miteinander Familie Leben": Ausgewählte Angebote

Zeitmanagement

  • Gleitzeit
  • Teilzeit
  • Flexible Arbeitszeitordnung, Jahresarbeitszeitkonto
  • Bezahlte Arbeitsbefreiung und Sonderurlaub bei familiären Notsituationen
  • Sabbatjahr

Eltern werden - Eltern sein

  • Elternzeit
  • Teilzeit während der Elternzeit
  • Freistellung bei Krankheit des Kindes
  • Fortbildungsangebote für Eltern
  • Fort- und Weiterbildung während der Elternzeit

Flexible Arbeitsorganisation

  • Alternierende Heimarbeit
  • Kind am Arbeitsplatz bei kurzfristigem Betreuungsbedarf

Pflege von Angehörigen

  • Unterstützung und Beratung Angehöriger u.a. bei Vermittlung ambulanter und häuslicher Pflege, Tagespflege und Betreuungsangeboten Pflegezeit
  • Arbeitsbefreiung bei schwerer Erkrankung eines Angehörigen Teilzeitbeschäftigung zur Pflege von Angehörigen

Finanzielle Hilfen

  • Geburtsbeihilfe
  • Zinsfreie Gehaltsvorschüsse in besonderen Fällen
  • Sterbegeld
  • Pauschale Jahreszahlung, Weihnachtszuwendung, Jubiläumszuwendung Vermögenswirksame Leistungen Umzugskostenvergütung
  • Kirchliche Zusatzversorgung

Kommunikation

  • Regelmäßige Gespräche über die „aktuelle Vereinbarkeit von Beruf und Familie“
  • Ausstiegs- und Rückkehrgespräche Kontakthalteprogramm während einer Beurlaubungsphase

Serviceangebote u.a.

  • Gespräche zur beruflichen Standortbestimmung z.B. bei Veränderung der familiären Situation
  • Kinderbetreuung während der Ferienzeiten Bildungsurlaub für Arbeitnehmerweiterbildung „Gesund im Job“ – Angebot von Auszeiten im Berufsalltag
  • Exerzitien
  • Beratungsangebote über Beratungsstellen für professionelle Unterstützung in verschiedenen Lebenslagen Sonderkonditionen bei der Bank für Kirche und Caritas
  • Zusatzrente (für Mitarbeitende auf freiwilliger Basis)
Chancengerechtigkeit, Vielfalt und Integration

Das Erzbistum Paderborn berücksichtigt grundsätzlich das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz, das ungerechtfertigte Benachteiligungen im Arbeits- und Zivilrecht verhindern soll. Im Erzbistum gilt zudem die „Grundordnung des kirchlichen Dienstes im Rahmen kirchlicher Arbeitsverhältnisse“. Die Grundordnung erlaubt den Kirchen, ein Religionsbekenntnis als Anforderung an ihre Beschäftigten, differenziert nach Tätigkeiten, festzulegen sowie ein loyales und aufrichtiges Verhalten in Bezug auf die von ihnen auszuführenden Tätigkeiten zu verlangen. Um Diskriminierungen begegnen zu können, hat das Erzbistum Paderborn eine Beschwerdestelle in der Personalabteilung des Erzbischöflichen Generalvikariats eingerichtet. Mitarbeitende, die sich im Zusammenhang mit ihrer Tätigkeit benachteiligt fühlen, können sich hier an die Gleichstellungsbeauftragte des Erzbistums Paderborn wenden. Im Jahr 2017 wurden keine Diskriminierungsvorfälle gemeldet.

Die Auswahl und Einstellung von Mitarbeitenden folgt im Erzbischöflichen Generalvikariat einem objektiven und transparenten Verfahren. Auf Basis des Arbeitsvertragsrechts und der kirchlichen Arbeitsvergütungsordnung für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in katholischen Einrichtungen wer-den bei Stellenausschreibungen Anforderungsprofile erstellt und Aufgaben bewertet. Ausschrei-bungen und Einstellungen finden auf Verwaltungsebene grundsätzlich geschlechterunabhängig statt. Neben fachlichen Kompetenzen ist für die Eignung die Identifikation mit dem kirchlichen Dienst maßgeblich.

In diesem Zusammenhang beachtet das Erzbischöfliche Generalvikariat ein gerechtes Vergütungssystem. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden entsprechend ihrer Aufgaben und Verantwortung tarifbezogen vergütet.

Zum 31. Dezember 2017 arbeiteten im Erzbischöflichen Generalvikariat 32 Frauen in Führungspositionen. Das sind 29,1 Prozent aller Führungskräfte. Ziel ist es, den Anteil von Frauen in Führungspositionen kontinuierlich zu erhöhen. Das Erzbistum Paderborn hat sich daher 2017 an der Ausschreibung des Mentoring-Programms „Kirche im Mentoring – Frauen steigen auf“ des Hildegardis-Vereins e. V. zur Steigerung des Anteils von Frauen in Führungspositionen in der katholischen Kirche beteiligt. 2018 nimmt das Erzbistum mit zwei Tandems mit je einem Mentor teil.

Menschen mit Behinderung sind selbstverständliche Mitglieder unseres Teams. Im Erzbischöflichen Generalvikariat gibt es vier Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung mehr, als der Ordnungsgeber vorsieht. Zum 31. Dezember 2017 lag der Anteil der Mitarbeiter mit Schwerbehinderung an der Gesamtbelegschaft bei 5,2 Prozent.

Gesund und sicher arbeiten

Die Bereiche Arbeitsgesundheit, Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz sowie das Betriebliche Eingliederungsmanagement sind im Erzbischöflichen Generalvikariat fest verankert. Unter dem Motto „Gesund und sicher arbeiten“ sollen die Arbeitsbedingungen so gestaltet werden, dass die Mitarbeitenden in jedem Alter gesund und motiviert arbeiten können. Dies umfasst unter anderem die angemessene Einrichtung von Arbeitsplätzen wie beispielsweise die Bereitstellung von höhenverstellbaren Schreibtischen, umfangreiche Bewegungs- und Gesundheitsangebote sowie sogenannte Büroküchen mit Kühlschränken und Getränkeautomaten. Die Kantine bietet ein vollwertiges Angebot für eine gesunde Ernährung und Lebensweise. Daneben werden zahlreiche sportliche Aktivitäten der Sportgemeinschaft der Mitarbeitenden unterstützt.


31.12.2017
Verletzungen
Frauen7
Männer-
Verletzungsrate
Frauen1,8
Männer0
Berufskrankheitsrate
Frauen0
Männer0
Rate der Arbeitsausfalltage
Frauen3,2
Männer1,1
Abwesenheitsrate
Frauen15,2
Männer13,1
Arbeitsbedingte Todesfälle0